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Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem

Aktualisiert: 24. Apr. 2023

Ein dysreguliertes Nervensystem befindet sich immer im Alarm-Modus, checkt die ganze Zeit im Außen und Innen ab, ob irgendeine Gefahr droht (um gegebenenfalls sofort in den Kampf- oder Fluchtmodus umzuschalten) und entspannt sich auch in ruhigen Momenten kaum noch.

Woran erkennst du, ob auch dein Nervensystem dysreguliert ist?


Symptome eines dysregulierten Nervensystems

  • Du wirst regelmäßig von deinen Emotionen überflutet, sie übernehmen regelrecht die Kontrolle über dich.

  • Du spürst oft große Unsicherheit; egal was du tust, nichts fühlt sich richtig an.

  • Du hast wenig Energie, alles fühlt sich schwer und unüberwindbar an.

  • Du lehnst eigene Verhaltensweisen an dir ab und versuchst sie zu unterdrücken.

  • Du lebst nicht im Hier und Jetzt, sondern hängst meistens der Vergangenheit nach oder machst dir Sorgen um die Zukunft.

  • Du hast kein Vertrauen zu dir selbst und kannst auch anderen nur schwer vertrauen.

  • Du verstrickst dich immer wieder in Beziehungen, die dir nicht gut tun.

  • Du bist fast nie wirklich präsent, versuchst 1000 Dinge auf einmal zu erledigen und kannst dich nur schwer konzentrieren.

  • Du leidest unter Einschlaf- und Durchschlafproblemen und bist ständig angespannt.

  • Du bist sehr verkopft und hast wenig Zugang zu deinen Gefühlen oder deinem Körper.

  • Du sabotierst dich immer wieder selbst und bist generell meist pessimistisch eingestellt.

  • Du siehst in vielen Dingen des Alltags eine Gefahr oder einen Angriff auf dich.

  • Du zeigst Formen von selbstschädigendem Verhalten.

  • Du hast das Gefühl, als würde etwas in deinem Leben fehlen.

  • Du leidest ständig unter Unruhe, Nervosität, Ängsten und Panikattacken.

Erkennst du dich wieder?


Und wie genau zeigt sich ein reguliertes Nervensystem?


Immer entspannt, gelassen und positiv gestimmt? Nein, in der Tat geht auch ein reguliertes Nervensystem bei Stress und Gefahr in den Alarm-Modus - und das ist auch gut so. Wir brauchen diese Aktivierung und erhöhte Achtsamkeit, um im Ernstfall der Situation entsprechend reagieren zu können und somit unser Überleben zu sichern.

Im Gegensatz zu einem dysregulierten Nervensystem, kann ein reguliertes Nervensystem aber, nachdem die stressige Situation vorbei ist, wieder fließend und flexibel in einen Zustand der Entspannung und Sicherheit umschalten und bleibt nicht in der Überaktivierung stecken.


Daran erkennst du ein reguliertes Nervensystem

  • Du reagierst angemessen sowohl auf positive als auch auf negative Erlebnisse.

  • Du fühlst dich mit dir und deinem Körper verbunden.

  • Du kannst deine Emotionen gut regulieren.

  • Du hast einen entspannten und guten Schlaf.

  • Du kannst dich gut konzentrieren und erlebst immer mal auch Flow-Zustände.

  • Du führst gesunde Beziehungen und setzt Grenzen, ohne dich schlecht zu fühlen.

  • Dein Bauchgefühl sagt dir ganz genau, was du brauchst und was dir guttut.


Wie komme ich aus der Dysregulation des Nervensystems wieder raus?


Um sich aus einer chronischen Dysregulation zu lösen und dem Nervensystem wieder beizubringen, zwischen den verschiedenen Systemen flexibel und fließend wechseln zu können, ist der erste Schritt, dass das Nervensystem lernt, eine echte Gefahr von dem zu unterscheiden, was es überaktiviert, ohne dass eine echte Bedrohung des Lebens besteht (dabei geht es vor allem um die mentalen und emotionalen Stressoren, die die gleiche Wirkung auf das Nervensystem haben, wie eine echte Lebensgefahr).


Ein großer Bestandteil meines NESC-Coachings ist es dabei, meinen Klientinnen beizubringen, sich wieder mit sich und ihren (körperlichen) Empfindungen zu verbinden. Wieder spüren zu lernen, wie sich verschiedene Situationen und Stressoren im Körper anfühlen und anstatt diese Empfindungen zu ignorieren oder gegen sie anzukämpfen, sie voll anzunehmen. Denn nur so spürt das Nervensystem Stück für Stück, dass keine Gefahr droht und findet mehr und mehr in die Zone des Sicherheitsempfindens zurück. Mit etwas Übung lernt das System dann zunehmend sich selbst zu regulieren, um mehr und mehr einen entspannteren Nervensystemzustand einzunehmen.


Denn nur in dieser Zone des Sicherheitsempfindens ist das logische Denken wirklich möglich und wir können die Dinge mit Klarheit sehen und anpacken. Je nachdem, wie lange das komplette System sich schon in der Dysregulation befindet, ist es wichtig, diesem Prozess genug Zeit zu geben! Ein zu schnelles Umgewöhnen führt dazu, dass das Nervensystem diesen Zustand nicht lange halten kann, wodurch wiederum Stress entsteht, der den Gefahrenmodus wieder aktiviert.

 

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