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Hochsensible Frauen - Eine besondere Problematik

Als hochsensible Frau hast du besondere Herausforderungen zu meistern. Durch die verstärkte Wahrnehmung, tiefere Verarbeitung und emotionale Intensität, bist du in der Lage, dich sehr empathisch in die Menschen in deinem Umfeld einzufühlen - ob du das willst, oder nicht. Und das kann auf Dauer sehr anstrengend sein, vor allem, wenn du wie viele hochsensible Frauen auch sehr harmoniebedürftig bist und ein kleines Helfersyndrom hast.

Das große Problem der Abgrenzung


Dabei kommen hochsensible Frauen wegen ihrem einfühlsamen und empathischen Verhalten oft sehr gut bei ihren Mitmenschen an. Von Frauen wird generell eher erwartet, dass sie sensibel, empathisch, verständnisvoll und immer unterstützend, helfend auftreten. So kommt es, dass sie viel häufiger als Männer mit dem Problem kämpfen, sich nicht ausreichend abgrenzen zu können.


Zudem ist es außerdem ein Problem, dass hochsensible Frauen dazu tendieren, sich für das Wohlergehen der Menschen in ihrem Umfeld verantwortlich zu fühlen. Sie fühlen es sehr schnell und stark, wenn es den Menschen um sie herum nicht gut geht, wenn Konflikte in der Luft liegen oder unausgesprochene Dinge in der Luft hängen. Das ist teilweise kaum zu ertragen und so tun sie (oft auch unbewusst) alles, um die Stimmung zu verbessern und es allen recht und gutzumachen. Diese Eigenschaft bringt sie schnell an den Rand der Erschöpfung - und darüber hinaus.


Und die Mutterrolle obendrauf


Gerade für hochsensible Frauen mit Familie ist es sehr schwierig, eine Balance zwischen der Verbundenheit mit anderen und der für sie sehr wichtigen Allein-Zeit zu finden.


Ein oder vielleicht sogar mehrere Kinder zu haben, bedeutet im 24-Stunden-(Bereitschafts-)Dienst zu sein, 7 Tage pro Woche, 365 Tage im Jahr. Das ist für jede Mutter eine große Herausforderung, erst recht für eine hochsensible Mutter mit ihrer starken Wahrnehmung, intensivem Gefühlsleben und ihrem engen Wohlfühlbereich.


Viele hochsensible Frauen muten sich die Dreifachbelastung von Beruf, Haushalt und Kind(ern) zu, wie andere emanzipierte Frauen auch, mit dem hohen Anspruch an sich selbst, jede dieser Rollen perfekt ausfüllen zu müssen.


Dabei ist es für sie noch anstrengender zu bewältigen, als für nicht-hochsensible Frauen, ohne komplett auf der Strecke zu bleiben. Meist wird dieser Kampf gegen die begrenzte Belastbarkeit erst aufgegeben, wenn bereits körperliche oder seelische Probleme auftreten und andauern.


Die Erlaubnis zur Selbstfürsorge


Besonders wichtig ist es für hochsensible Frauen daher, neben der Fürsorge für andere auch die Selbstfürsorge und neben der Unterstützung für andere auch der Selbstentfaltung Priorität einzuräumen.


Immer wieder merke ich in meiner Arbeit mit hochsensiblen Frauen, dass sie die offizielle Erlaubnis zur Selbstfürsorge brauchen. Sich selbst zu priorisieren, erscheint immer erst einmal egoistisch und falsch. "Darf ich das überhaupt?" - dieser Gedanke kommt ganz schnell auf. Auch der Vergleich mit anderen - "Die anderen schaffen das ja auch, also muss ich mich einfach noch mehr anstrengen!".


Viele hochsensible Frauen haben außerdem seit frühester Kindheit ihre Bedürfnisse abgesprochen bekommen ("Stell dich nicht so an, musst du denn immer so übertreiben?!" oder auch "Du warst doch eben erst auf Toilette, du kannst gar nicht schon wieder müssen!"), sodass sie sich und ihrem Körper heute gar nicht mehr vertrauen und ihre wahren Bedürfnisse gar nicht mehr wahrnehmen.


Wichtigster Schritt zu mehr Balance: Einsicht und Akzeptanz


Die Einsicht und Akzeptanz, dass HSP schneller als andere übererregt und überfordert sind und eine Lebensgestaltung brauchen, die ihrem Naturell entspricht, braucht oft Zeit.


Oft schwingt erstmal ein Gefühl von Versagen mit, wenn man sich eingestehen muss, dass man seine eigene Hochsensibilität nicht auf Dauer ignorieren kann und den Alltag bzw. das Leben auf die eigenen Bedürfnisse anpassen muss. Ein hochsensibler Mensch kann nicht auf Dauer das Leben eines Nicht-Hochsensiblen leben. Das endet früher oder später immer im Burnout.


Wichtig ist hier auch, sich Wissen über das Konzept der Hochsensibilität und die Funktionsweise des autonomen Nervensystems anzueignen, um die Prozesse zu verstehen, das eigene Nervensystem lesen zu lernen, sich wieder mit dem eigenen Körper zu verbinden und so selbstwirksam den Alltag mehr nach den eigenen Bedürfnissen umzugestalten.

 

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