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"Stell dich nicht so an, dann klappt das schon!" - Warum dein Nervensystem da nicht mitmacht.

Wer kennt sie nicht, die oft gut gemeinten Ratschläge wie "Stell dich nicht so an!" oder "Reiß dich einfach mal zusammen!". Aber ist es wirklich so einfach? Einfach mal ein bisschen mehr anstrengen?


Nein, es stimmt nicht, dass du etwas nur genug wollen musst und dann

klappt das schon!


Das, was uns belastet, sind nicht die falschen Gedanken oder gar Willensschwäche, sondern ein (dysreguliertes) Nervensystem, das sich nicht sicher fühlt und dich dadurch immer wieder in Handlungen zwingt, die es als Schutz- und Überlebensstrategie gelernt hat.


Tatsächlich handelt es sich dabei auch gar nicht um eine psychische Reaktion, sondern um eine rein körperliche Reaktion.


Was heißt das jetzt genau?


Schon als Kind hast du vielleicht gelernt, dass du deine starken Gefühle nicht zeigen darfst, weil deine Eltern damit nicht umgehen konnten. Vielleicht warst du ihnen zu anstrengend oder sie sind selber so erzogen worden, dass es nicht gehört, seine Gefühle offen zu zeigen.


Doch gerade wir hochsensiblen Menschen haben doch so viele Gefühle - und die lösen sich auch nicht einfach auf, wenn wir die wegschieben oder versuchen uns abzulenken. Gefühle, dich nicht die Möglichkeit haben, gespürt und gelebt zu werden, werden im Körper (und damit auch im Nervensystem) gespeichert - und klopfen immer wieder an, in der Hoffnung, sich doch noch zeigen zu dürfen und gefühlt zu werden.


Wenn du also von klein auf lernst, dass Gefühle zeigen nicht gut und richtig ist - du sonst vielleicht Ärger mit deinen Bezugspersonen bekommst, dann hat dein Nervensystem gelernt, dass ruhig zu sein und zu gehorchen, sicherer ist. Und das wird so abgespeichert.


Laut deine Gefühle zu zeigen und deine Wünsche einzufordern dagegen ist gefährlich und evolutionär gesehen sogar lebensgefährlich - denn wir sind ja auf die Bindung zu unseren Eltern angewiesen. Mit dieser Schutzstrategie kommst du als Kind vielleicht erstmal gut durchs Leben.


Das Problem zeigt sich erst, wenn sich der Zusammenhang verändert:


Wenn du als Erwachsener nun spürst, dass dir gewisse Dinge im Leben oder im Alltag nicht guttun, dass vielleicht nicht gut mit dir umgegangen wird, dann weiß dein Verstand vielleicht ganz genau, was du tun müsstest, um das zu ändern. Grenzen setzen, deine Meinung sagen, vielleicht sogar bestimmte Personen gehen lassen.


Aber sobald du anfängst, für dich einzustehen und in die Handlung zu gehen, läuft dein Nervensystem erstmal Amok, weil es gespeichert hat, dass es viel zu unsicher ist, so zu handeln.


Das ist eine krasse Widersprüchlichkeit.


Mental weißt du genau, was richtig und gut für dich ist, aber wenn du es umsetzen willst, ist dein Nervensystem dagegen.


Und es gewinnt immer!


Im übertragenen Sinne hat dein Verstand nämlich nur die Größe einer Erbse, während das Nervensystem so groß wie ein Fußballfeld ist.


Und das ist eigentlich auch gut so, denn so wird alles dem sicheren Leben untergeordnet.

Dein Nervensystem will Sicherheit, damit du überlebst!


Und jetzt?


Es gibt die Möglichkeit, deinem Nervensystem generell wieder mehr Sicherheit zu geben, indem du lernst, es auf lange Sicht in die Regulation zu bringen.


Das heißt, in stressigen/gefährlichen Situationen schlägt es weiterhin Alarm, aber in offensichtlich sicheren Situationen erlaubt es dir mehr Handlungsmöglichkeiten und gibt dir mehr Gelassenheit.


Am besten funktioniert das, indem du wieder eine Verbindung zu deinem Körper und deinen Gefühlen herstellst. Indem du wieder ins Spüren kommst und alten, noch nicht zu Ende gespürten Gefühlen die Möglichkeit gibst, ihren natürlichen Lebenszyklus einmal zu durchlaufen.


Möchtest du dabei Unterstützung? Dann vereinbare jetzt gerne ein unverbindliches Kennenlerngespräch.



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