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Aufschieberitis - "Ich mache das lieber morgen!" - Was steckt dahinter?

Aktualisiert: 28. Apr.

Du weißt, dass du es tun musst. Du weißt, dass es nicht so schlimm sein wird, wenn du erst mal anfängst. Du weißt, dass das Aufschieben das Problem größer macht, nicht kleiner.

Und trotzdem passiert es nicht.


Das ist keine Faulheit. Das ist kein Charakterfehler. Das ist ein Nervensystem, das dich schützt — vor etwas, das es als Bedrohung wahrnimmt.



Warum Aufschieberitis ein Nervensystemthema ist


Irgendwann haben wir gelernt: Bestimmte Situationen sind gefährlich. Versagen ist gefährlich. Blamieren ist gefährlich. Den falschen Anruf machen, die falsche Entscheidung treffen, nicht gut genug sein — all das hat sich irgendwann wie echte Gefahr angefühlt.


Das Nervensystem hat sich das gemerkt. Und wenn eine Aufgabe auch nur entfernt an diese Erfahrungen erinnert — zu groß, zu unbekannt, zu viel Unklarheit — aktiviert es den Überlebensmodus. Kampf oder Flucht. Und Aufschieben ist eine Form von Flucht.


Das bedeutet: Dein Verstand weiß, dass du den Anruf machen kannst. Dein Nervensystem glaubt das noch nicht.


Drei Gründe die meistens dahinterstecken


  • Die Aufgabe fühlt sich zu groß an

Sie liegt außerhalb deines Stresstoleranzfensters, also in einem Bereich, den dein Nervensystem als nicht mehr haltbar einstuft. In diesem Zustand blockiert es automatisch. Nicht weil du zu schwach bist, sondern weil das System gelernt hat: Hier ist Vorsicht geboten.


Was hilft: Die Aufgabe so weit verkleinern, dass sie sich wieder sicher anfühlt. Nicht der erste Schritt zur fertigen Aufgabe, sondern der erste Schritt zum ersten Schritt.


  • Es fehlt Klarheit

Zu viele offene Fragen erzeugen Dysregulation. Wenn du nicht weißt, was dich erwartet, was du brauchst oder wie du vorgehen sollst, kann das Nervensystem keine Sicherheit finden.


Was hilft: Erst Klarheit schaffen, bevor du anfängst. Eine Liste der offenen Fragen und konkrete Wege wie du Antworten bekommst. Das allein kann den Druck deutlich reduzieren.


  • Du vermeidest ein bestimmtes Gefühl

Manchmal ist es nicht die Aufgabe selbst, die du vermeidest, sondern das Gefühl, das damit verbunden ist. Angst zu versagen. Sich zu blamieren. Nicht gut genug zu sein. Ausgeschlossen zu werden. Diese Ängste sind oft so alt und so tief verankert, dass wir alles tun, um ihnen nicht zu begegnen. Aufschieben ist dabei eine der häufigsten Strategien.


Was hilft: Nicht die Aufgabe angehen, sondern das Gefühl. Langsam, in kleinen Schritten, mit der Frage: Was genau fühlt sich da bedrohlich an?


Was das für dich bedeutet


Aufschieberitis ist kein Disziplinproblem, das du mit mehr Willenskraft lösen kannst. Sie ist ein Signal, ein Hinweis darauf, dass dein Nervensystem gerade nicht genug Kapazität oder Sicherheit hat, um den nächsten Schritt zu tun.


Das Ziel ist nicht, die Aufschieberitis wegzumachen. Das Ziel ist, deinem Nervensystem mehr Spielraum zu geben, sodass du handeln kannst, ohne in den Überlebensmodus zu rutschen.



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Nina Payer | Coaching

Psychologische Beraterin & Personal Coach

Fachberaterin für Hochsensibilität

Nervensystem Coach (NESC)

Hypnose-Coach

Entspannungstherapeutin

© 2025 Nina Payer Coaching

Körperorientiertes Nervensystem-Coaching & Hypnose Coaching

Online & in Präsenz in Cölbe bei Marburg für den

Raum Marburg-Biedenkopf, Gießen und Umgebung.

Praxisräume:

Fliederweg 6, 35091 Cölbe

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