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Aufschieberitis - "Ich mache das lieber morgen!" - Was steckt dahinter?

Kennst du sie auch, die "Aufschieberitis"? Du hast bestimmte Aufgaben zu erledigen, aber schiebst sie immer weiter vor dir her? Auch To-Do-Listen und Deadlines motivieren dich nicht, die Dinge endlich mal anzupacken?



Irgendwie passt es gerade nie


Manchmal ist es ein Anruf bei einer Behörde oder auch bei einer Freundin, die schon lĂ€nger darauf wartet, dass du dich mal wieder meldest. Vielleicht ist es auch die SteuererklĂ€rung, die eigentlich lĂ€ngst fĂ€llig ist. Oder hast du dir schon vor einiger Zeit vorgenommen, dein Zuhause mal richtig auszumisten, weil du dich von all den Dingen, die sich angesammelt haben, erdrĂŒckt fĂŒhlst?


Was, wenn ich dir sage, dass auch diese Aufschieberitis ein klassisches Symptom fĂŒr ein dysreguliertes Nervensystem ist? 💙


Wie? Schon wieder ist das Nervensystem Schuld?


TatsĂ€chlich gibt es so gut wie immer einen tieferliegenden Grund, warum unser Nervensystem vor der Erledigung einer Aufgabe in den Überlebensmodus switcht und uns komplett blockiert. Selbst, wenn unser Verstand es eigentlich besser weiß.


Es lohnt sich, einen detaillierteren Blick auf die dahinterliegenden GrĂŒnde zu werfen


“Heute kann ich mich nicht darum kĂŒmmern! Ich mache das lieber morgen/nĂ€chste Woche/nĂ€chsten Monat... oder am liebsten nie?!”


Weil...

... ich ja noch ganz viel Zeit dafĂŒr habe.

... es gerade nicht der richtige Moment dafĂŒr ist.

... es so anstrengend ist.

... ich gerade keine Kraft dazu haben.

... mir noch dies oder jenes dafĂŒr fehlt.

... ich mich unsicher fĂŒhle.

... ich Angst habe.


Kommen dir diese BegrĂŒndungen bekannt vor?


Wir vermeiden etwas, was sich fĂŒr uns und unser Nervensystem zu bedrohlich anfĂŒhlt.


Warum ist das so? Im Kopf wissen wir doch meistens, dass, wenn wir erstmal anfangen, es meist nicht annÀhernd so schlimm ist, wie wir denken.


Was steckt also dahinter? Was könnte das wahre Problem sein? Wenn wir uns das etwas nĂ€her anschauen, steckt meistens einer dieser drei GrĂŒnde dahinter:


Die Aufgabe fĂŒhlt sich zu groß fĂŒr dich an?


Wahrscheinlich liegt die Aufgabe weit außerhalb deines Stresstoleranzfensters. Und außerhalb dieses Stresstoleranzfensters agierst du im Überlebensmodus, d.h. dein Nervensystem tut alles, um dich zu beschĂŒtzen. Auch, indem du dich selbst sabotierst und Dinge vermeidest, von denen dein Kopf dir sagt, dass es doch eigentlich okay ist.


Was brauchst du, um dich mit der Aufgabe sicher zu fĂŒhlen?

Teile sie in mehrere kleine Schritte ein und taste dich langsam voran! Nimm dir immer nur so viele und nur die Schritte vor, die sich fĂŒr dich gerade im Moment gut und sicher anfĂŒhlen.


Es fehlt dir an Klarheit.


Wenn zu viele Fragen offen sind, dysreguliert uns das. Wir wissen nicht, was uns erwartet oder dir fehlt ganz einfach das Wissen, welches du brauchst, um die Aufgabe zu erledigen. Auch hiermit fĂŒhlt sich unser Nervensystem nicht sicher - es braucht mehr Informationen.


Wie bekommst du mehr Klarheit?

Mache erst einmal eine Liste, mit allen Informationen, die dir noch fehlen und ĂŒberlege, wie und wo du an sie herankommen kannst. Kannst du dich im Internet informieren oder Andere nach ihren Erfahrungen fragen? Suche dir Hilfe bei Bekannten, Familie oder öffentlichen Informationsstellen.


Du vermeidest ein bestimmtes GefĂŒhl.


Vielleicht ist es nicht die Sache selbst, die du vermeidest, sondern ein GefĂŒhl, welches dahinter steckt und welches du (noch) nicht fĂŒhlen willst, weil es sich zu bedrohlich anfĂŒhlt.


Welches GefĂŒhl ist es? Wie kannst du anfangen, das GefĂŒhl langsam, StĂŒck fĂŒr StĂŒck zu fĂŒhlen?

Ist es die Angst zu versagen? Sich bloßzustellen und abgewertet zu werde? Meist stecken ganz existentielle Ängste hinter solch einem Vermeidungsverhalten. Angst vor Scham, Angst davor nicht dazuzugehören, ausgeschlossen zu werden. Am Ende alleine dazustehen. Diese Ängste sind meist so groß, dass wir alles tun, um sie nicht fĂŒhlen zu mĂŒssen. Indem du dich diesen Ängsten allerdings ganz langsam annĂ€herst und sie StĂŒck fĂŒr StĂŒck spĂŒren und zu halten lernst, verlieren sie immer mehr ihren Einfluss auf dich.


Egal, um welchen Grund es sich auch handelt - schau hin und ĂŒberlege, wie du dein Problem lösen kannst, ohne dein Stresstoleranzfenster verlassen zu mĂŒssen. Denn nur innerhalb dieses Stresstoleranzfensters bist du nachhaltig handlungsfĂ€hig, ohne dass dein Nervensystem in den Überlebensmodus wechselt und dich blockiert.



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