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Ein Blick ins Nervensystem bei Burnout und Wege zur Regeneration

In der heutigen schnelllebigen Welt ist der Begriff "Burnout" leider allzu bekannt geworden. Doch was genau passiert eigentlich im Körper, insbesondere im Nervensystem, wenn jemand total ausgebrannt ist und nichts mehr geht? Und noch wichtiger ist die Frage: Wie kann man aus diesem Zustand des "Shutdowns" wieder herauskommen?



Die Physiologie des Burnouts


Ein Burnout ist kein rein psychologisches Phänomen, sondern hat Auswirkungen auf den gesamten Körper, insbesondere auf das Nervensystem. Bei langanhaltenden chronischem Stress, der oft eine Ursache für Burnout ist, gerät das Nervensystem in einen Zustand der Überaktivität. Der Sympathikus, auch als "Kampf- oder Fluchtmodus" bekannt, wird ständig aktiviert, der Körper ist ununterbrochen im Alarmzustand, was zu einem erhöhten Spiegel von Stresshormonen wie Cortisol führt.


Dieser ständige Alarmzustand führt irgendwann zu einer Erschöpfung der Stressreaktion und einem Abbau von neurochemischen Botenstoffen wie Dopamin und Serotonin, die für die Regulation von Stimmung und Belohnung wichtig sind.


Der Körper gerät in einen Zustand der Dysregulation, bei dem das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung gestört ist. Als Folge können Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erschöpfungszustände und eine geschwächte Immunfunktion auftreten. Auf neurologischer Ebene zeigen sich Symptome wie Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Reizbarkeit und Angst.


Der Weg zur Regeneration


Der wichtigste Schritt zur Regeneration besteht darin, herauszufinden, welche Stressoren es gibt und Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu reduzieren oder ganz zu eliminieren.

Vielleicht bedeutet das, die Arbeitsbelastung zu verringern, eventuell sogar eine berufliche Neuorientierung. Zudem ist es wichtig, gesündere Grenzen zu setzen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und ihnen besser nachzukommen und den Alltag wieder innerhalb des persönlichen Stresstoleranzfensters zu gestalten. Oft ist eine zusätzliche Unterstützung durch Therapie oder Coaching hilfreich.


Darüber hinaus ist es wichtig, dem Körper die Zeit und die Ressourcen zu geben, um sich zu erholen. Das bedeutet ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressmanagement-Techniken wie PMR, Meditation oder Yoga. Diese Maßnahmen unterstützen dabei, das Nervensystem zu regulieren und die Balance zwischen Sympathikus und Parasympathikus, dem Zweig des Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist, wiederherzustellen.


Die Rolle der Selbstfürsorge


Ein wichtiger Aspekt der Regeneration ist die Selbstfürsorge. Oft neigen Menschen, die von Burnout betroffen sind, dazu, ihre eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen und sich selbst zu überfordern. Die meisten leiden zudem unter einem Hang zum Perfektionismus und People Pleasing.


Es ist jedoch unerlässlich, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen und Aktivitäten zu pflegen, die Freude und Entspannung bringen. Dies kann bedeuten, sich regelmäßig Pausen zu gönnen, (neue) Hobbys zu pflegen, Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen oder einfach nur innezuhalten und zu atmen.


Tatsächlich erfordert die Genesung nach einem Burnout vor allem Geduld, Mitgefühl und Achtsamkeit sich selbst gegenüber und das Verständnis dafür, dass es von nun an anders laufen muss, als zuvor. 🤍


Die Bedeutung von Unterstützung


Niemand sollte den Weg zur Genesung alleine gehen müssen. Es ist wichtig, Unterstützung von Freunden, Familie, Kollegen und professionellen Helfern anzunehmen. Vertraue dich jemandem an, um Unterstützung zu erhalten, oder suche dir professionelle Hilfe, wie zum Beispiel durch Psychotherapie oder Coaching & Beratung. Du musst das nicht alleine schaffen! 🤍


Der Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann ebenfalls hilfreich sein, um sich verstanden und weniger alleine zu fühlen. Selbsthilfegruppen oder Online-Foren können Möglichkeiten bieten, sich zu vernetzen und gegenseitige Unterstützung zu finden.


 

Letztendlich ist die Genesung nach dem Burnout ein Prozess, der Zeit, Geduld und Veränderungsbereitschaft erfordert. Indem man sich selbst mit Achtsamkeit begegnet und das Nervensystem mitnimmt, kann man aus dem Zustand des "Shutdowns" herausfinden und in einen Zustand der Stabilität und Balance finden.


Möchtest du dabei meine Unterstützung? Dann klicke hier.

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