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Was ich als Nervensystem-Coach, hochsensible Frau und Mutter bewirken will.

Aktualisiert: 24. Apr.

Als Judith Peters von Sympatexter dazu aufgerufen hat, einen Blogartikel über die eigene Bestimmung zu verfassen, hatte ich gleich große Lust, mitzumachen. Judiths Challenges sind immer toll und auch diesmal habe ich mich voller Eifer ans Werk gemacht - um dann ganz schnell so merken: Puh, diese Frage ist RICHTIG schwer! Ich spüre die Antwort zwar ganz tief in mir drin, aber dafür auch die richtigen Worte zu finden, ist mir sehr schwergefallen, ohne mich kleinzumachen oder größenwahnsinnig rüber zu kommen.


Aber schauen wir uns einmal an, was dabei rausgekommen ist:


Was ich als Nervensystem-Coach bewirken will


Bis vor zwei Jahren hat mir der Begriff Nervensystemarbeit gar nichts gesagt. In meiner Kindheit waren Menschen, die "es mit den Nerven hatten" im besten Fall ein wenig gaga, im schlimmsten Fall sogar gefährlich. Man schaute von oben auf sie herab, waren sie doch offensichtlich nicht in der Lage, sich zusammenzureißen. Einfach zu schwach (für die Welt).


Als ich Mitte der 2000er auf das Konzept der Hochsensibilität gestoßen bin, habe ich mich natürlich auch mehr mit dem Thema Nervensystem befasst, aber immer noch nur oberflächlich. Zu dieser Zeit begann auch mein eigener Weg der Persönlichkeitsentwicklung Stück für Stück. Ich habe viel gemacht, um mich besser zu verstehen - viele Bücher gelesen, Kurse gemacht, Coaching und auch Therapien. Bis zu dem Punkt, wo ich sehr reflektiert genau wusste, wie der Hase läuft. Ich hatte alles ganz genau im Kopf. Hatte alles verstanden. Und trotzdem geriet ich immer wieder an einen Punkt, wo es nicht weiterging.


"Ich muss irgendwie mein Nervensystem beruhigen lernen, sonst wird das alles nichts!"


Das war der Satz, der mir irgendwann im Kopf herumspukte, bei dem mir aber immer noch nicht so richtig bewusst war, wie das funktionieren soll. Bis ich auf die NESC Ausbildung gestoßen bin und mich zum Nervensystem-Coach habe ausbilden lassen. Für mich persönlich war dies das fehlende Puzzleteil, was aus den vielen kleinen Teilen ein großes Ganzes gemacht hat.


Ohne Berücksichtigung des eigenen Nervensystems funktioniert nämlich gar nichts! Nur ein reguliertes Nervensystem ist in der Lage Sicherheit zu empfinden, zu wachsen, die Komfortzone zu erweitern, langfristig und nachhaltig Veränderungen in unserem Leben zuzulassen, die für uns gut und stimmig sind.


Die Möglichkeiten, die das eröffnet, begeistern mich auch heute noch jeden Tag! Darum ist es mir so wichtig, genau damit hinauszugehen und das Wissen über diese Zusammenhänge mit in die Welt zu bringen. Eine Welt, die durch unsere moderne (Leistungs-)Gesellschaft vor Dysregulation nur so strotzt!! Ich möchte besonders andere Frauen da draußen dabei unterstützen, wieder in eine gesunde Balance zu kommen, sich wieder mit ihrem Körper zu verbinden, ihre Nervensystemzustände wahrnehmen und lesen zu lernen und zu erkennen, wovon es wirklich mehr oder weniger im Leben braucht.


Was ich als hochsensible Frau bewirken will?


Auch das Thema Hochsensibilität ist mir ein großes Anliegen. Sie macht einen hochsensiblen Menschen zwar nicht komplett aus, es ist aber schwierig bis unmöglich, sie ein Leben lang zu ignorieren bzw. nicht zu beachten. Für hochsensible Menschen ist es wichtig, über ihre Hochsensibilität Bescheid zu wissen, in welchen Facetten sie sich zeigt, was physiologisch dahintersteckt und dass man sein Leben und seinen Alltag anpassen kann, sodass sich die oft als sehr belastend erlebte Überreizung deutlich reduziert. Aber auch dafür braucht es zuallererst einmal genügend Wissen bezüglich dieses Persönlichkeitsmerkmals.


Damit möchte ich hinausgehen und besonders anderen Frauen zeigen, dass sie nicht alleine damit sind. Dass sie genau so, wie sie sind, richtig sind. Dass dieses Gefühl, irgendwie anders zu sein als die anderen einen Namen und eine Erklärung bekommt. Aus eigener Erfahrung und den Berichten von dutzenden anderen HSP weiß ich, wie erleichternd alleine diese Erkenntnis sein kann und sich so viele belastende Momente aus der Vergangenheit ganz einfach erklären lassen.


Neben der Aufklärung ist es mir auch ein großes Anliegen, einen Ort für Gemeinschaft und Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen. Das kann dabei helfen, das nötige eigene Tempo zu akzeptieren und durch die Wege und Prozesse anderer HSP neue Perspektiven zu erhalten. Ein Gefühl dafür zu bekommen, dass man genau das darf: Das eigene Tempo leben, den Alltag anpassen, den (hochsensiblen) Bedürfnissen nachgehen und ganz klare Grenzen setzen. So sein dürfen, wie man eben ist, fernab der Konditionierungen unserer Gesellschaft, wo nur Leistung zählt und man es eben so macht wie alle anderen.


Auch hier ist es so wichtig, sich wieder mit sich selbst und dem eigenen Körper zu verbinden. Warum sollen wir ein Leben leben, das überhaupt nicht zu uns passt, indem wir uns ständig verbiegen oder eine Rolle spielen müssen? Es geht auch anders. Und wenn du dir diesen Raum erlaubst, dann kann die vermeintlich belastende Hochsensibilität auf einmal zu einer wahren Ressource und Stärke werden.


Was ich als Mutter bewirken will?


Ich hoffe, dass ich auch genau all das meinen Kindern mitgeben kann. Dass es nicht nur schwarz und weiß gibt, sondern eine ganze Menge dazwischen. Ich wünsche mir, dass sie auf sich und ihren Körper vertrauen und auf ihn hören, wenn er ihnen anzeigt, dass etwas nicht stimmig ist. Dass sie den Mut haben, ihren eigenen Weg zu gehen. Dass sie im Leben finden, was sie wirklich glücklich macht und erfüllt - und sie so auch mit Freude und Leidenschaft ihren Lebensunterhalt bestreiten können.


Kein Unterordnen in eine Rolle, weil es sich so gehört. Kein Festhalten an einer unglücklichen Beziehung oder Arbeitsstelle, weil man das so macht.


Ich wünsche mir, dass sie das im Leben tun, was sie wollen und nicht, weil sie es sollen oder weil alle es so machen. Und, dass das für sie völlig normal ist! Denn nur so werden sie nicht immer im Kampfmodus stecken. Wer gut für sich sorgt, hat auch genug Energie & Kapazitäten, um sich auch gut um andere kümmern zu können, sich mit Empathie und Mitgefühl sozial zu engagieren und der eigenen Berufung zu folgen.


Fazit


Ich möchte ein kleines Stückchen dazu beitragen, dass die Menschen sich wieder mehr mit sich und ihrem Körper verbinden. Dass sie wieder ihr wahres Ich entdecken und leben können. Dass sie sich ohne schlechtes Gewissen die Erlaubnis geben, ein für sich sie stimmiges Leben zu führen. 💙


Und du? Was willst du bewirken? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!





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