Meine liebsten Bücher für neurodivergente Frauen (ADHS & Autismus)
- Nina Payer

- 23. Jan.
- 6 Min. Lesezeit
Wie wir uns besser verstehen können
Wenn du selbst neurodivergent bist – vielleicht mit ADHS, autistischen Zügen oder einer Mischung aus beidem – dann kennst du vermutlich das Gefühl: Du hast dich in klassischen Selbsthilfebüchern nie so richtig wiedergefunden. Zu allgemein, zu oberflächlich oder auch zu männlich gedacht.
In diesem Artikel stelle ich dir Bücher vor, die mir persönlich oder meinen Klientinnen geholfen haben, neurodivergentes Erleben besser zu verstehen. Bücher, die nicht nur Symptome aufzählen, sondern echtes Erkennen ermöglichen. Die entlasten, ohne zu verharmlosen. Und die zeigen, dass du nicht allein bist, auch wenn du dich oft so fühlst.
Warum überhaupt Bücher lesen, wenn man schon alles googeln kann?
Weil Bücher oft noch mehr Tiefe und Kontext bieten als kurze Artikel oder Instagram-Posts. Weil sie manchmal genau die Worte finden, die du selbst nicht hattest. Und weil sie dich begleiten können, auf deine Weise und vor allem in deinem Tempo.
Gerade bei später Diagnostik (z. B. in den 30ern oder 40ern) ist Wissen ein wichtiger Teil des Verstehensprozesses: Was ist ADHS oder Autismus bei Frauen wirklich? Wo liegt der Unterschied zur Hochsensibilität? Was davon bin ich und was wurde mir nur übergestülpt?
Hier kommen meine Tipps für entspannte Psychoedukation:
Meine persönlichen Favoriten
"Richtig anders - anders richtig: Selbstbewusst neurodivergent" von Kathrin Köller & Irmela Schautz
ADHS, Autismus, Lese-Rechtschreib-Störungen, Dyskalkulie, Mental Health: nach »Queergestreift« ein neues Sachbuch von Kathrin Köller und Irmela Schautz über Neurodiversität – empowernd, cool, stylish.
Eine faszinierende Reise in die Welt der Neurodiversität und ist ein leidenschaftliches Plädoyer für einen positiven Blick auf die Vielfalt unserer Gehirne.
"Die Welt der Frauen und Mädchen mit AD(H)S" von Christine Carl, Ismene Ditrich, Christa Koentges & Swantje Matthies
Frauen und Mädchen mit AD(H)S erhalten viel seltener eine Diagnose als Männer und Jungen, denn ihre Symptome fallen weniger stark auf: Betroffene Frauen und Mädchen sind weniger hyperaktiv, dafür verträumt, unaufmerksam und vergesslich. Die zu späte oder fehlende Diagnose kann weitreichende Folgen haben: Der Leidensdruck bleibt meist über Jahrzehnte bestehen, schadet ihrem Selbstwertgefühl und zieht Folgeerkrankungen nach sich.
Buch wichtige Aufklärungsarbeit für Frauen mit AD(H)S sowie für Eltern betroffener Mädchen. Mit vielen Einblicken aus der Forschung, Fallgeschichten, Reflexionen und Übungen zur Selbsthilfe zeigen sie konkrete Wege auf, wie Betroffene mit ihrer Besonderheit Frieden schließen, ihre vielen Stärken entdecken und gut mit AD(H)S leben können.
➡️ zum Verlag
"Weibliche AD(H)S. Wie Frauen mit AD(H)S erfolgreich, selbstbewusst und stabil leben können" von Dr. med Astrid Neuy-Lobkowicz
Die erfahrene Ärztin Dr. med. Astrid Neuy-Lobkowicz erklärt, was eine weibliche AD(H)S auszeichnet und wie betroffene Frauen trotz ihrer oft späten Diagnose und häufiger Fehlbehandlungen ein gelingendes und erfülltes Beziehungs-, Familien- und Arbeitsleben führen, zur Ruhe finden und Erschöpfung vorbeugen können. Dieses Buch gibt Antworten auf die Fragen wie man mit weiblicher AD(H)S im Alltag gut leben kann, was es bedeutet, eine AD(H)S-Frau zu sein und wie man als solche zu mehr Stärke und Organisation findet.
Die Leserinnen lernen Wissenswertes über die neurologischen Besonderheiten von AD(H)S, auftretende Begleiterkrankungen, die Gefühlswelt von AD(H)S-Frauen – u.a. Selbstwertgefühl, Impulsivität, Stressbewältigung – sowie den neuesten Stand der leitliniengerechten Therapie und Medikation. Außerdem vermittelt die Autorin konkrete Tipps für den Alltag aus ihrer langjährigen Arbeit mit AD(H)S-Frauen.
➡️ zum Verlag
"Kirmes im Kopf. Wie ich als Erwachsene herausfand, dass ich AD(H)S habe" von Angelina Boerger
Rund 2,5 Millionen Erwachsene in Deutschland sind von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betroffen – doch viele wissen es nicht. Denn die Symptome bei Erwachsenen unterscheiden sich von denen in der Kindheit, und das Klischee des „Zappelphilipps“ greift längst zu kurz. Aber warum wissen wir über ADHS bei Erwachsenen so wenig? Warum ist der Weg zur Diagnose so lang? Und warum bleibt AD(H)S bei Frauen oft unerkannt?
In „Kirmes im Kopf“ beantwortet Angelina Boerger diese Fragen, entlarvt gängige Vorurteile und teilt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Gleichzeitig erzählt sie mit Humor aus ihrem Alltag – von Lernkrisen, Vergesslichkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen, kreativen Ideen und dem Auf und Ab der Emotionen.
"Hirngespinste. Mein Leben mit ADHS" von Lisa Vogel
„Hirngespinste“ ist ein mutiges Buch über das Leben mit ADHS – abseits von Klischees und Vorurteilen. Lisa Vogel erzählt authentisch, was es bedeutet, als erwachsene Frau mit einer oft missverstandenen Diagnose zu leben.
Lisa Vogel räumt schonungslos mit den Mythen rund um ADHS auf: Es betrifft nicht nur kleine Jungs oder Menschen, die in der Schule auffallen. Sie schildert die täglichen Herausforderungen und Missverständnisse, mit denen insbesondere Frauen konfrontiert sind, und zeigt auf, wie viel Erleichterung eine späte Diagnose bringen kann.
„Hirngespinste“ bietet nicht nur persönliche Einblicke, sondern auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien.
➡️ zum Verlag
"Die Welt autistischer Frauen und Mädchen. Warum sie anders genau richtig sind" von Manon Mannherz, Ismene Ditrich & Christa Koentges
Autistische Frauen und Mädchen erhalten oft eine sehr späte Diagnose, denn ihre Symptome sind auf den ersten Blick unauffällig und werden häufig missinterpretiert. »Ich bin anders, ich bin falsch.« – diesen schmerzhaften Glaubenssatz verinnerlichen viele Autistinnen schon früh. Sie kämpfen gegen starke Selbstzweifel und können psychische Folgeerkrankungen entwickeln. Dieses Buch hilft ihnen, sich selbst besser zu verstehen und mit Belastungen umzugehen. Es zeigt auch, dass sie zwar anders sind, aber eben genau richtig so – denn mit Autismus gehen viele besondere Stärken einher.
➡️ zum Verlag
"Aspergirls. Die Welt der Frauen und Mädchen mit Asperger" von Rudy Simone
Menschen mit Asperger erscheinen manchmal sonderbar, aber durch ihre speziellen Fähigkeiten sind sie auch faszinierend, stark und attraktiv. Die Autorin, selbst ein „Aspergirl“, ermöglicht Frauen, die die Diagnose Asperger haben, einen Überblick über die Symptome, und hilft Angehörigen und Freunden im Umgang mit den Betroffenen. Die speziellen Erfahrungen in Kindheit, Schule, Karriere und Familie, Ernährung und Gesundheit, die Teilnahme am öffentlichen Leben, das sind die Themen dieses einzigartigen Ratgebers. Weltweit ist dies das einzige Buch zur Situation weiblicher Asperger-Betroffener.
Niemand kann einen Weg besser beschreiben kann als diejenigen, die ihn gehen. Rudy Simone und die Mädchen und Frauen, die in diesem Buch ihre persönlichen Erfahrungen geschildert haben, geben ein Wissen aus erster Hand weiter, das für die Gemeinschaft von unschätzbarem Wert ist. Das Ganze ist mit praktischen Tipps abgerundet, die dazu beitragen sollen, das Leben zu bereichern und zu genießen.
➡️ zum Verlag
Schattenspringer Trilogie von Daniela Schreiter
Daniela ist Autistin. Seit ihrer Diagnose wollte sie einen Comic darüber zeichnen, wie es ist, als Autist zu leben, zu sehen, zu fühlen. Worte allein haben dafür einfach nie ausgereicht. In ihrem Debüt Schattenspringer zeichnet sie nun ihre Kindheit bis zum Erwachsenenalter auf und zeigt, welche Hürden es dabei zu meistern gilt, von denen Nicht-Autisten nicht einmal ahnen, dass sie überhaupt existieren. Einfühlsam und authentisch legt sie dar, wie sich im Anderssein der Alltag gestaltet. Gleichzeitig erkennt man sich auch als Leser oft in den von ihr beschriebenen Situationen wieder.
In der Fortsetzung "Schattenspringer - Per Anhalter durch die Pubertät" geht es vor allem um die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens, und die erste Klassenfahrt war ein großer Schritt in diese Richtung. Außerdem geht es um die erste Liebe, das Studium und am Ende im Erwachsenenalter die Diagnose. Was ändert sich, wenn das Gefühl des Andersseins plötzlich den Namen "Autismus" trägt?
Im dritten Band von Schattenspringer macht sich Daniela auf, andere Betroffene zu interviewen. Sie kombiniert dies wie immer mit ihren eigenen Erfahrungen und schafft es ein weiteres Mal wundervoll unterhaltend über ein scheinbares Tabuthema aufzuklären, ohne dabei in Leidensgeschichten abzugleiten oder belehrend zu wirken.
Definitiv nicht nur für Kinder und Jugendliche!
➡️ zum Verlag
Für wen sind diese Bücher gedacht?
Für Frauen, die sich lange unter dem Label hochsensibel wiedererkannt haben, aber trotzdem nicht weiterkommen
Für Frauen mit später ADHS-Diagnose
Für Frauen im Autismusspektrum oder mit autistischen Zügen, die lange „funktioniert“ haben
Für neurodivergente Mütter, Partnerinnen, Selbständige, Überforderte, Erschöpfte
Und für alle, die sagen: „Irgendwas passt nicht, aber ich weiß nicht, was.“
Lies, was dich stärkt, nicht was dich stresst.
Nicht jedes Buch muss ein Aha-Erlebnis sein. Manche Bücher dürfen dich einfach sanft begleiten, bestätigen oder inspirieren. Du darfst Seiten überspringen. Du darfst Pausen machen. Du darfst dir Zeit lassen.
Und zum Schluss: Dies ist meine persönliche Auswahl – nicht DIE Liste.
Diese Liste ist nicht vollständig. Es gibt sicher noch viele andere großartige Bücher über ADHS, Autismus und das Leben als neurodivergente Frau. Aber das hier sind meine Favoriten. Bücher, die mich angesprochen, aufgeklärt, bewegt oder beruhigt haben. Die meine eigene Reise geprägt haben und vielleicht auch dich an irgendeinem Punkt abholen.
Was dich stärkt, darfst du entscheiden. Nicht jedes Buch muss perfekt sein. Nicht alles muss dir gefallen. Manchmal reicht schon ein Satz, der bleibt.
📬 Hast du selbst einen Buchtipp, den du anderen Leserinnen empfehlen würdest? Dann teile ihn gern in den Kommentaren! Ich freue mich über jede Ergänzung! 😊













Kommentare