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Neurodivergente Erschöpfung: Warum „normale“ Erholung oft nicht reicht

Du hast endlich frei.

Der Kalender ist leer.

Du legst dich hin, schließt die Augen und dein Körper fährt trotzdem nicht runter.


Statt Entspannung kommt innere Unruhe. Statt Regeneration eine Art dumpfer Leerlauf. Und nach einem ganzen Wochenende „Pause“ fühlst du dich … nicht wirklich besser.


Kommt dir das bekannt vor?


Dann könnte es sein, dass du es nicht mit normaler Erschöpfung, sondern mit neurodivergenter Erschöpfung zu tun hast und dass dein Nervensystem andere Erholung braucht, als du gelernt hast.



Was bedeutet „neurodivergente Erschöpfung“?


Der Begriff beschreibt eine tiefe, oft chronische Form von Erschöpfung, die nicht nur körperlich, sondern vor allem neurologisch bedingt ist.


Sie betrifft vor allem Menschen mit:

ADHS

Autistischen Zügen / ASS

Hochsensibilität / Reizoffenheit

– oder einer Vorgeschichte mit Traumatisierung, Burnout oder Dauerstress


Das Nervensystem dieser Menschen ist oft ständig in Alarmbereitschaft – nicht (nur) wegen äußerer Krisen, sondern weil Reize, Anforderungen und soziale Interaktionen intensiver verarbeitet werden.

Erholung funktioniert dann nicht mehr nach dem Motto: "Einfach mal entspannen."


Warum „normale“ Erholung oft nicht greift


Viele Ratgeber schlagen bei Erschöpfung vor:


– Mach einen Spaziergang.

– Meditiere.

– Leg dich mal aufs Sofa.

– Atme tief durch.


Alles gut gemeint. Aber bei neurodivergenter Erschöpfung funktionieren solche Tipps oft nicht – oder sogar gegenteilig.


Warum? Weil dein System meist schon so überreizt, überfordert und überwacht ist, dass klassische Erholung nicht ausreicht. Manchmal kann sie sogar den Druck erhöhen ("Ich müsste mich doch jetzt gut fühlen!").


Beispiele:

  • Du liegst ruhig da, aber innerlich rast dein System.

  • Du hast einen freien Tag, aber dein Kopf will Listen abarbeiten.

  • Du machst eine Yoga-Session, aber fühlst dich danach schlapper als vorher.


Das liegt nicht an dir. Das liegt daran, dass dein Körper in einem anderen Modus arbeitet.


Was macht neurodivergente Erschöpfung so besonders?


  1. Sie ist nicht proportional zur tatsächlichen Anstrengung. → Ein Zoom-Meeting oder ein voller Supermarkt können reichen, um dein Nervensystem in die Knie zu zwingen.

  2. Sie ist oft nicht erkennbar – weder für andere, noch für dich selbst. → Viele Betroffene funktionieren noch „gut“ – bis sie plötzlich zusammenbrechen.

  3. Sie ist schwerer zu regulieren, weil die üblichen Copingstrategien nicht greifen. → Viele klassische Tools sind auf neurotypische Reizverarbeitung ausgelegt.


Die Sache mit dem Funktionsmodus


Vielleicht kennst du das auch: Du funktionierst gut. Du bist organisiert. Du wirkst stabil. Du erledigst alles, was ansteht. Aber sobald du in den Rückzug gehst, fällt alles zusammen.


Was aussieht wie Stabilität, ist oft nur gut organisierte Überlebensenergie.

Ein Modus, der zwar leistungsfähig wirkt, aber nichts mit echter Regulation zu tun hat.

Erst in der Ruhe zeigt sich, wie erschöpft dein System wirklich ist.


Was dein System stattdessen braucht


1. Erlaubnis zur Unproduktivität

→ Nicht „Pause mit schlechtem Gewissen“, sondern echte, tiefgreifende Erlaubnis: nichts leisten, nichts beitragen, nicht erreichbar sein.


2. Pausen, die deine Reizverarbeitung berücksichtigen

→ Nicht jede Pause erholt. Wenn dein Nervensystem empfindlich ist, kann z. B. ein Spaziergang im Wald viel wirksamer sein als eine Serie mit Reizüberflutung.


3. Tiefenregulation statt Mentaltricks

→ Statt sich mit Affirmationen zu überreden, braucht dein System Sicherheit: über Körperkontakt, Wärme, Geräusche, rhythmische Bewegung.


4. Langfristige Selbstanpassung, keine kurzfristige Kompensation

→ Es reicht nicht, „zwischen“ zwei stressigen Tagen mal kurz runterzufahren. Dein gesamter Alltag braucht mehr Spielräume, mehr Schutzräume, mehr Selbstfreundlichkeit.


Was dich nicht „besser“, aber ruhiger macht


– alleine spazieren, ohne Ziel

– auf dem Sofa liegen und den Körper spüren

– eine Stunde nichts tun – und das bewusst

– eine Massage oder eine Körperreise

– Hypnose oder ein Bodyscan

– ein warmes Bad mit Geräuschabschirmung

– in einem leeren Raum sitzen, ohne Aufgabe

– langsame Tätigkeiten: kochen, zeichnen, lesen


Dein Nervensystem ist nicht defekt – es ist überfordert


Die Erschöpfung, die du spürst, ist keine Schwäche. Sie ist ein Signal deines Systems: „Ich kann nicht mehr kompensieren.“ Und das ist ein Wendepunkt. 🤍

Denn an genau dieser Stelle kannst du beginnen, nicht mehr gegen dich zu arbeiten, sondern mit dir. Nicht mehr mit klassischen To-dos, sondern mit echter, verkörperter Regulation.


Wenn du weitergehen möchtest …

… findest du auf meiner Website viele Artikel und Impulse zu genau diesen Fragen:

– Warum Selbstregulation bei neurodivergenten Frauen oft scheitert

– Wie du dein Nervensystem langsam aus dem Funktionsmodus holst

– Was dir wirklich hilft, wenn du keine Kraft mehr hast



Vielleicht ist dieser Artikel der Anfang. Nicht von mehr Leistung. Sondern von einem freundlicheren Umgang mit dir selbst. 🤍

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Nina Payer | Coaching

Psychologische Beraterin & Personal Coach

Fachberaterin für Hochsensibilität

Nervensystem Coach (NESC)

Hypnose-Coach

Entspannungstherapeutin

© 2025 Nina Payer Coaching

Körperorientiertes Nervensystem-Coaching & Hypnose Coaching

Online & in Präsenz in Cölbe bei Marburg für den

Raum Marburg-Biedenkopf, Gießen und Umgebung.

Praxisräume:

Fliederweg 6, 35091 Cölbe

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