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Was ist Trauma? – Und warum es mehr Menschen betrifft, als wir denken

Wenn wir das Wort Trauma hören, denken viele sofort an Ereignisse wie schwere Unfälle, Naturkatastrophen, Missbrauch oder Krieg. Also an sogenannte Schocktraumata – einmalige, überwältigende Erfahrungen, die unser System überfordern und nicht verarbeitet werden können.


Doch Trauma ist mehr als das. Es muss nicht laut, sichtbar oder dramatisch sein. Viele Menschen tragen unsichtbare Wunden, die in einem „normalen“ Alltag entstanden sind – ganz leise, wiederholt und lange unbemerkt. Und genau diese Form von Trauma betrifft deutlich mehr von uns, als wir oft glauben.



Schocktrauma, Bindungstrauma, Entwicklungstrauma – was ist was?


Schocktrauma


Ein plötzlicher, einmaliger Vorfall, der als lebensbedrohlich oder zutiefst erschütternd erlebt wird.


Einige Beispiele:

– Autounfall

– plötzlicher Verlust eines geliebten Menschen

– körperliche oder sexuelle Gewalt

– medizinische Eingriffe oder Geburtskomplikationen


Das Nervensystem reagiert mit einem Ausnahmezustand: Kampf, Flucht oder Erstarrung. Manchmal bleibt dieser Zustand „hängen“, und der Körper bleibt in Daueralarm.


Bindungstrauma


Bindungstrauma entsteht durch wiederholte emotionale Verletzungen in engen Beziehungen – meist in der frühen Kindheit.


Das können sein:

– emotionale Vernachlässigung („Ich sehe dich nicht“),

– inkonsistentes oder übergriffiges Verhalten („Ich bestimme, wer du bist“),

– unvorhersehbare Reaktionen von Bezugspersonen („Ich bin da – oder auch nicht“).


Ein Kind lernt in solchen Beziehungen: Ich bin zu viel, ich bin falsch, ich bin allein mit dem, was ich fühle.


Später zeigt sich das oft als übermäßige Selbstanpassung, People Pleasing, Angst vor Ablehnung oder Beziehungsprobleme.


Entwicklungstrauma


Entwicklungstrauma betrifft längere Phasen der frühen Kindheit und Jugend, in denen grundlegende Bedürfnisse nach Sicherheit, Halt, Autonomie oder Zugehörigkeit nicht erfüllt wurden. Oft entsteht es aus einer Kombination aus ungünstigem Umfeld, systemischer Überforderung (z. B. Armut, Krankheit, Überlastung der Eltern) und fehlender Co-Regulation.


Typische spätere Auswirkungen:

– mangelndes Selbstwertgefühl

– chronische Überforderung

– diffuse Ängste

- Schwierigkeiten, Bedürfnisse zu erkennen und auszudrücken

– psychosomatische Beschwerden

– chronische Dysregulation des Nervensystems


„Bin ich neurodivergent – oder einfach nur traumatisiert?“


Diese Frage höre ich oft – gerade von Frauen, die erst spät mit Begriffen wie ADHS oder Hochsensibilität in Berührung kommen.


Vielleicht fragst auch du dich:

– Habe ich wirklich ADHS?

– Oder bin ich einfach nur überfordert vom Leben?

– Bin ich neurodivergent? Oder nur geprägt von meiner Vergangenheit?


Die Antwort: Vielleicht – oder sogar wahrscheinlich – beides.


Neurodivergenz & Trauma: Wie hängt das zusammen?


Viele neurodivergente Menschen mit ADHS, Hochsensibilität oder im autistischen Spektrum erleben ihre Umwelt intensiver, offener und reizvoller, aber auch schneller als überwältigend. Ihr Nervensystem hat weniger Filter. Sie sind empfänglicher für Stimmungen, Spannungen, Ungerechtigkeit oder Chaos.


Das bedeutet auch: Neurodivergente Kinder sind in einem ungünstigen Umfeld anfälliger für Trauma – selbst, wenn „objektiv“ keine Gewalt oder Vernachlässigung vorlag.


Was andere wegstecken, hinterlässt bei ihnen oft tiefe Spuren:

– wenn sie ständig zurechtgewiesen wurden („sei still“, „reiß dich mal zusammen“)

– wenn sie sich ständig anpassen mussten

– wenn sie nie als richtig erlebt wurden


Diese Mikroverletzungen, immer wieder, über Jahre, können das Nervensystem dauerhaft in einen Alarmmodus bringen. Die Folge: dauerhafte innere Anspannung, Erschöpfung, Selbstzweifel und das Gefühl, nie „richtig“ anzukommen.


Was heißt das für deine Selbstwahrnehmung?


Du musst dich nicht entscheiden: Neurodivergenz und Trauma schließen sich nicht aus.


Viele Frauen mit ADHS oder hochsensibler Veranlagung haben zusätzlich Bindungs- oder Entwicklungstraumata erlebt – nicht, weil ihre Familien „schlecht“ waren, sondern weil ihre neurodivergenten Bedürfnisse nicht erkannt oder erfüllt wurden.


Und viele Symptome, die lange als Depression, Burnout, „zu sensibel“ oder „zu anstrengend“ eingeordnet wurden, machen plötzlich Sinn, wenn man den Blick erweitert.


Was hilft?


1. Verstehen, was mit dir passiert, ohne dich zu pathologisieren

Du bist nicht „falsch“ oder „zu empfindlich“. Dein System reagiert klug auf früh erlernte Gefahren, auch wenn sie heute vielleicht nicht mehr real sind.


2. Den Körper einbeziehen

Trauma sitzt nicht nur im Kopf. Es speichert sich im Körper – in Muskeltonus, Atemmustern, Körperspannung. Deshalb reicht Verstehen allein oft nicht. Körperorientierte Arbeit – z. B. über das Nervensystem, über Hypnose, über Co-Regulation – kann tiefgreifender wirken.


3. Neue innere Erfahrungen schaffen

Nicht über Leistung. Nicht über Disziplin. Sondern über echte Sicherheit, Selbstwahrnehmung und Kontakt. Wenn dein Körper lernt: Ich darf sein, wie ich bin, beginnt echte Veränderung.


Du musst nicht alles selbst lösen.


Viele meiner Klientinnen kommen mit der Frage: Ist das ADHS? Trauma? Erschöpfung?

Meine Antwort ist fast immer: Lass uns nicht nur nach Labels suchen, sondern nach dem, was dein System braucht. Und manchmal ist der erste Schritt nicht eine Diagnose, sondern ein kleiner Impuls im Körper, der sagt: Ich will nicht mehr kämpfen. Ich will atmen. 🤍


Wenn du mehr über meinen körperorientierten Ansatz erfahren möchtest:

Auf meinem Blog findest du viele Artikel rund ums Nervensystem, Hochsensibilität, Neurodivergenz & Regulation – ganz ohne Druck und Disziplin. Schau dich auch gerne auf meiner Website um: www.ninapayer.de

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Nina Payer | Coaching

Psychologische Beraterin & Personal Coach

Fachberaterin für Hochsensibilität

Nervensystem Coach (NESC)

Hypnose-Coach

Entspannungstherapeutin

© 2025 Nina Payer Coaching

Körperorientiertes Nervensystem-Coaching & Hypnose Coaching

Online & in Präsenz in Cölbe bei Marburg für den

Raum Marburg-Biedenkopf, Gießen und Umgebung.

Praxisräume:

Fliederweg 6, 35091 Cölbe

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