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Was passiert beim Burnout im Nervensystem?

Aktualisiert: 20. Apr. 2023

Und wie kommt man aus einem Shutdown wieder raus?


Laut der Polyvagaltheorie gibt es drei verschiedene Nervensystemzustände. Diese stehen in einer Hierarchie zueinander und diese Hierarchie muss beim Wechsel der Zustände - egal in welche Richtung - immer durchlaufen werden:

Was heißt das jetzt genau?


In einem aktiven ventralen Parasympathikus fühlen wir uns ruhig und entspannt. Wir fühlen uns sicher und können sozial interagieren.


Passiert nun etwas, was wir nicht erwartet haben oder nehmen wir eine Gefahr wahr, dann erhöht sich unsere Aufmerksamkeit und unser Sympathikus wird aktiviert (das Mobilisierungssystem). In diesem Zustand checkt unser Nervensystem ständig das Außen und Innen ab, um Gefahren unverzüglich wahrzunehmen und entsprechend reagieren zu können (zum Beispiel mit Kampf oder Flucht).


Dauert der Gefahren- und Alarmzustand länger an oder haben wir das Gefühl, dass die Gefahr so groß ist, dass Kampf oder Flucht keine Option mehr darstellen, wird der dorsale Parasympathikus aktiviert - die Zone der Überforderung.


Das kannst du dir so vorstellen, dass dein System völlig überhitzt und sich irgendwann selber runterfährt (Immobilisierung).


Das ist genau das, was beim Burnout passiert!


Das ganze System ist zu lange auf Hochtouren gefahren (z.B. durch Dauerstress), sodass es auch in ruhigeren Momenten gar nicht mehr zur Ruhe kommt oder sich entspannen kann. Der Körper setzt kontinuierlich Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol frei und brennt aus. Auf Dauer kann dies zu einer Erschöpfung des Körpers führen, die sich als Burnout äußern kann. Das komplette System fährt runter - es kommt zum Shutdown.


Der Weg raus aus diesem Shutdown, zurück in den sicheren, entspannten ventralen Parasympathikus, führt allerdings zuerst wieder über die Sympathikus-Aktivität und die Mobilisierung.


Ganz wichtig: Dieser Schritt lässt sich nicht überspringen!


Der 1. Schritt ist daher, wieder Verbindung mit dem Körper und seinen Empfindungen herstellen.

Wieder ins Spüren kommen!


Den Körper und seine Empfindungen wahrnehmen.


Am Anfang kann das sehr schwerfallen, weil sich der eigene Körper still und taub anfühlt. Aber mit etwas Übung kann man die Verbindung wiederherstellen.


Diese Aktivierung fühlt sich im ersten Moment vielleicht nicht so gut an, weil man sich eigentlich nach Ruhe und Entspannung sehnt, muss aber notwendigerweise durchlaufen - und gespürt - werden.

 

Mit der NESC-Methode können wir langsam wieder - über den Sympathikus - ins Fühlen kommen, uns wieder mit unserem Körper und seinen Empfindungen verbinden. So kann der angestaute Stress Stück für Stück wieder abgebaut werden.


Nervensystemregulation ist ein Prozess und funktioniert nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und Geduld. Übung. Dranbleiben. 💙


Möchtest du dabei meine Unterstützung? Dann vereinbare gerne gleich einen Termin für ein unverbindliches Kennenlerngespräch. Ich freue mich auf dich!



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